Dienstag 8.Oktober 2002

Der Urlaub beginnt mit Schlange stehen. Es dauert ca. zwei Stunden bis der Inhalt eines Jumbojets durch die Passkontrolle ist. Ich dachte immer, wir Deutsche hätten die Bürokratie erfunden. Die ganze Zeit steht für mich die Frage, ob es mit dem Mietwagen klappt. Ich habe ihn fünf Monate vorher bestellt und nichts wieder von dem Vermieter gehört. Aber alle Sorge ist unbegründet. Ein junger Schwarzer hat unter anderem auch meinen Namen auf seinem Zettel. Während wir auf die anderen warten kann ich schon mal die Jacke und den Pullover ausziehen. Früh um neun ist es schon sehr warm. Auf der Fahrt zur Stadt bekommt man einen ersten Eindruck von Afrika. Es sieht sehr trist aus. Die Schönheit des Landes erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick. Die Wagenübernahme geht recht schnell und unkompliziert. Ganz schön groß so ein Toyota Hilux. Der Linksverkehr ist kein Thema, bin ich ja noch von Australien gewöhnt. Erst mal zum nächsten Geldautomaten und Supermarkt. Die Ausstattung des Supermarktes entspricht europäischem Standart. Derweil passt ein Schwarzer auf mein Auto auf. Nach dem Plan des Vermieters versuche ich nun den Weg zum Van Diljoen Nationalpark zu finden. Ich stehe zehn Minuten an einer der um Windhoek üblichen Polizeistellen, dann lese ich das Schild, daß die Straße von elf bis dreizehn Uhr gesperrt ist. Also fahre ich mit Umweg über das Stadtzentrum auf die C 28. Im Van Diljoen Park mache ich die Rundfahrt und die Wanderung durch das Tal. Dabei begegnen mir die ersten Antilopen und Gnu´s. Abends lerne ich dann zwei Sachsen aus Delitsch kennen. Sie überreden mich durch den Caprivistreifen zu fahren, was ich erst nicht vorhatte. Im Restaurant gibt es sehr gutes Essen, wenn die Antilope auch etwas zäh ist.


Bilderübersicht: Van Diljoen Park

Mittwoch 9.Oktober 2002

Nach einer recht lauten Nacht, Paviane und Pferde haben viel Ökolärm verursacht, beginnt jetzt der richtige Afrikaurlaub. Ich fahre über das Khomas Hochland nach Swakopmund. Die Straße ist teilweise in einem miserablen Zustand. Am Bosuapaß kommt mir ein Ehepaar in einem Wohnmobil entgegen. Es ist schon sehr schwierig mit einem PKW hochzukommen, geschweige denn mit einem Wohnmobil. Nachdem das Seil zweimal gerissen ist haben wir es dann geschafft. In Swakopmund campe ich im “Alte Brücke Resort”. Das ist ein Luxuscampingplatz mit eigener Dusche und Toilette an jedem Stellplatz. Schnell noch ein kurzer Stadtrundgang, Permits für den Namib-Naukluft Park gibts im Wörrmann-Haus. Im Brauhaus kann man gut essen und auch gut versacken.


Bilderübersicht: Khomas Hochland

Donnerstag 10.Oktober 2002

Heute steht eine Rundfahrt durch die Namib Wüste auf dem Programm. Meine Sachen lasse ich in der Dusche, so werden sie nicht so staubig. Zuerst der obligatorische Welwitschia-Drive an der Mondlandschaft vorbei zur Riesenwelwitschia. Dann die 4x4 Strecke zur Blutkuppe. Bis hierher wäre die Piste sogar noch mit einem normalen PKW befahrbar. Die Weiterfahrt zum Rock Arche und nach Tinkas ist allerdings nur mit einem Allrader möglich. Ich habe natürlich nicht daran gedacht, daß man mit Allrad mehr Sprit braucht. So komme ich mit dem letzten Tropfen gerade so nach Swakopmund.


Bilderübersicht: Namib

Freitag 11.Oktober 2002

Am Morgen fahre die Salzstraße nach Norden zum Cape Cross. Man kommt richtig nah ran die Robben. So früh am morgen ist auch der berühmte Gestank nicht so stark. Tip: Wenn man ganz nach rechts an der Kolonie geht kommt man am nähesten an die Robben und die meisten Touristen sind zu faul die zweihundert Meter zu gehen. Weiterfahrt zur Spitzkoppe. Am Tor möchte ich für zwei Nächte bezahlen. das soll 150 NAD kosten. Eine Nacht kostet 35 NAD. Nachdem ich mehrmals versucht habe zu erklären, daß 2 x 35 gleich 70 und nicht 150 ist bezahle ich dann doch nur für eine Nacht. Am anderen Eingang melde ich mich für das Abendessen an. Dann Campsite aussuchen und Wanderung nach Bushmans Paradise. Die Felszeichnungen sind wenn man hochkommt gleich links. Pünktlich komme ich zum Abendbrot. Das Essen ist noch nicht ganz fertig, und ich bin der einzige Gast. So wird es halt ein Dinner mit Sir Toby, Admiral Schneider, Mr. Pommeroy und Mr. Winterbottom. Es gibt Huhn mit Reis. Ich weiß zwar nicht wie es zubereitet wurde, und will es auch gar nicht wissen, es war aber sehr lecker. Für den Wein muß ich meinen eigenen Korkenzieher aus dem Auto holen, da der Korkenzieher der Kommune kaputt ist. Die Nacht unter dem Sternenhimmel ist sehr still.


Bilderübersicht: Cape Cross und Spitzkoppe

Samstag 12.Oktober 2002

Am Vormittag fahre ich zur Ameib Ranch. Die Besitzerin ist gerade mit einem anderen Gast beschäftigt und so findet sie nicht mal Zeit mich zu begrüßen. Bei einem Angestellten bezahle ich den Campingplatz und er erklärt mir wie ich zur Philipps Cave und Bulls Party komme. Ich parke auf dem Campingplatz und starte zu Fuß. Der Weg zur Höhle ist gut ausgeschildert. Nach langer Rast weiter zur Bulls Party. Hier auch noch mal eine längere Pause dann den sandigen Fahrweg zurück zur Farm. Es ist sehr heiß. Den Rest des Nachmittags verbringe ich dann am Pool. Abends fahre ich dann noch mal zum Sonnenuntergang zum Elephant Head. Es soll hier einen Klettersteig geben, den finde ich aber nicht. Zurück auf dem Campingplatz gibt es Glühwein. Man soll ja Rotwein bei Zimmertemperatur trinken. Bis spät abends tuckert ein nerviger Dieselgenerator.


Bilderübersicht: Ameib Ranch

Sonntag 13.Oktober 2002

Heute ist Kulturtag. Die berühmte Felszeichnung der “White Lady” kann man nur im Rahmen einer Führung besuchen. Ich nehme an der Führung zusammen mit einem jungen Paar aus Stuttgart teil. Der einheimische Führer verblüfft durch seine guten Kenntnisse. In Twyfelfontein habe ich eine Soloführung. Ich wähle die größere Runde. Der verbrannte Berg ist nicht sehenswert, aber man hakt ihn trotzdem mit ab. In Khorixas gibt es einen sehr schönen Campingplatz. Zum Abendessen treffe ich die beiden aus Stuttgart wieder und lerne auch noch welche aus Bruchsal kennen.

Bilderübersicht: Brandberg und Twyfelfontein

Montag 14.Oktober 2002

Auf zum Etosha Nationalpark. Ich fahre über die D 2743 zur Fingerklippe. Diese Strecke ist mit einem PKW nicht zu empfehlen. Im Etosha Nationalpark begebe ich mich auf eine erste Pirschfahrt. An einem Wasserloch liegen zwei Löwen unter einem Busch. Zum fotografieren sind sie zu weit weg. Dann fahre ich noch durch den östlichen Teil des Parks. Aber hier sind die Wasserstellen ausgetrocknet und so sieht man auch keine Tiere. Abends im Camp Okaukuejo sitze ich mit den beiden aus Bruchsal am Wasserloch. Es ist aber nicht viel los. Ein Elefant ein Rhino und mehrere Giraffen. Inzwischen hat sich eine Overlander-Gruppe neben mir aufgebaut. Es hat ausgerechnet auch noch jemand Geburtstag und so wird es keine geruhsame Nacht.


Bilderübersicht: Ugab Terassen

Dienstag 15.Oktober 2002

Tierbeobachtung im Park. Jede Menge Zebra´s Giraffen und Antilopen. Am Wasserloch beim Camp Halali sind mittags sechsunddreißig Elefanten. Das Camp Namutoni ist meiner Meinung nach das schönste. Da ich aber in den staatlichen Camps immer einen Platz für acht Personen bezahlen muß fahre ich zum Übernachten aus dem Park auf die Farm Sachsenheim.


Bilderübersicht: Etosha Nationalpark

Mittwoch 16.Oktober 2002

Vormittags noch mal in den Etosha Nationalpark. Ich kann auf dem Dik-Dik-Drive allerdings keine Dik-Dik´s finden. Dann fahre ich zum Lake Guinas. Das ist einer der beiden natürlichen Süßwasserseen Namibias. Der Umweg lohnt sich allerdings nicht, einfach ein Loch in der Erde mit Wasser drin. Danach Besuch beim Hobas Meteorit. Das soll der größte Eisenmeteorit der Welt sein. Naja, man ist nicht direkt vom Hocker gerissen. In Tsumeb, der zweitgrößten Stadt Namibias hole ich schnell Geld und tanke. Dann weiter zu Roy´s Camp an der B8 56 km nordöstlich von Tsumeb. Das Camp ist das originellste welches mir im gesamten Urlaub begegnet ist. Roy, er stammt aus Südafrika und versteht auch etwas deutsch, hat den Campingplatz und die Bar sehr liebevoll und und mit Blick auf jedes Detail eingerichtet. Es gibt eine künstliche Wasserstelle mit zum Teil zahmen Antilopen und Zebras. Auch leben auf dem Gelände ein paar Buschmänner welche manchmal abends für die Gäste tanzen.


Bilderübersicht: Hobas Meteorit

Donnerstag 17.Oktober 2002

Das “richtige” Afrika beginnt mit einer Polizeikontrolle. Gleich nach dem Posten sehen die Häuser ganz anders aus. Es sind jetzt runde Hütten aus Lehm und Stroh, so wie man sich halt Afrika vorstellt. Ansonsten ist die Fahrt nicht sehr abwechslungsreich. An den Popafalls kaufe ich mir nur ein Tagesticket. Es gibt nicht viel zu sehen. Ich habe noch genug Zeit, so fahre ich noch in die Mahanga Game Reserve. Zum Übernachten ins Ngepi-Camp. Das ist sehr schön am Kavango River gelegen, aber nur mit einem Allradfahrzeug erreichbar.


Bilderübersicht: Popa Falls

Freitag 18.Oktober 2002

Den Morgen beginne ich mit einer Kanufahrt auf dem Fluß. An die Hippos traue ich mich nicht nah genug heran um sie zu fotografieren. Die Fahrt durch den Caprivistreifen ist eher eintönig. Ich habe noch Zeit, so fahre ich noch durch den Mudumu Nationalpark. Tiere bekomme ich zwar keine zu Gesicht, aber wenigstens ist das Permit kostenlos. In Katima Mulilo Campingplatz der Zambesi Lodge. Die sanitären Einrichtungen sind unter aller Sau aber das Essen im Restaurant ist sehr gut.


Bilderübersicht: Caprivi Streifen

Samstag 19.Oktober 2002

Ich will ja zu den Victoria Fällen nach Livingston. Also erst mal über die Grenze nach Sambia. An der Grenze Formulare ausfüllen, den Grenzern klar machen, was man vorhat und schon bin ich in Sambia. Die Straße ist miserabel. Ich brauche für 190 km fast fünf Stunden. Dann kommt eine Fähre. Laut meiner Karte soll hier die Straße nach Livingstone links weggehen. Da ist aber nur ein Feldweg. Der erste den ich frage versteht kein Englisch. Der zweite zeigt in die Richtung, aus der ich komme und will gleich Geld von mir. Ich fahre erst mal 12 km zurück, dort ging schon mal eine Straße links weg. Dort frage ich sicherheitshalber noch mal, und jetzt wird mir erklärt, daß ich die ganze Zeit in die falsche Richtung gefahren bin. Statt den Fluß abwärts bin ich aufwärts gefahren. Ich muß die ganze Strecke zurück. Als ich endlich an der Grenze bin ist es schon dunkel und die Grenze geschlossen. Der einsame Grenzschützer bietet mir an, daß ich für ein Trinkgeld an der Grenzstation campen kann. Nachdem ich mich eingerichtet habe kommt er noch mal vorbei. Gut, ich kann verstehen, daß er Langeweile hat. Da aber der zweite Satz schon die Frage nach mehr Geld ist beende ich das Gespräch. Er verbringt dann die Zeit damit auf seiner Bank zu sitzen und mich zu beobachten. So gehe ich beizeiten zu Bett.


Bilderübersicht: Sambia

Sonntag 20.Oktober 2002

Der Tag beginnt pünktlich um sechs mit dem Hissen der Fahne. Ich werde in die Grenzstation gebeten und erfahre, daß ich mich illegal in Sambia aufhalte. Ich habe mich bei der Einreise nicht angemeldet und habe auch kein Visum. Wir können uns darauf einigen, daß ich 300 NAD zahle und das Land wieder verlasse. In Katima Mulilo ist der Geldautomat außer Betrieb, und so lege ich einen Ruhetag mit viel faulenzen, Wäsche waschen und Kartenschreiben ein.


Montag 21.Oktober 2002

Neuer Versuch zu den Victoriafällen zu kommen. Ich fahre diesmal durch Botswana. Hier sind die Grenzformalitäten erfreulich einfach. Nach Sambia hinüber geht eine Fähre. Am anderen Ufer bin ich wieder mal in einer sambesischen Grenzstation. Erst einmal werden keine Wüstendollar akzeptiert. Ich tausche 500 NAD in 400 Rand um. So schnell ist man 100 NAD los. Dann muß man einem Beamten erst mal beibringen, daß man keine Fahrzeugpapiere hat. Noch eine Versicherung für´s Auto und ich bin nach zweieinhalb Stunden im Land. Auf miserabler Straße geht es nach Livingsone und weiter zu den Victoriafällen. Unterwegs machte das Auto schon Schwierigkeiten beim schalten und kurz hinter Livingstone ist ganz Schluß. Zum Glück ist eine Lodge in der Nähe, die Maramba River Lodge. Dort zeigt man sich sehr engagiert und schafft es sogar, daß nach ca. drei Stunden ein Abschleppwagen kommt. In der Werkstatt arbeiten ein paar begnadete Bastler, und so ist der Wagen bald wieder flott. Die Reparaturkosten belaufen sich auf schlappe 150000 Kwacha (33 €). Da alle Banken schon zu sind vereinbaren wir, daß ich erst am nächsten Tag bezahle. Für die Fälle ist es heute zu spät und ich campe in der Lodge. Den Abend unterhalte ich mich sehr gut mit einem Arzt aus Pforzheim, der alleine mit dem Motorrad durch Afrika fährt. Auch läuft noch ein Flußpferd über den Campingplatz, aber mein Blitzlicht ist immer noch weg.


Dienstag 22.Oktober 2002

Heute endlich die berühmten Victoriafälle. Zuerst auf die Bank und 1 Million Kwacha geholt. Die tausche ich dann gleich in 280 Rand um. In die Werkstatt zum Bezahlen und zu den Fällen. Da der Sambesi dieses Jahr kaum Wasser führt kann man bis zur Insel Livingstone Island laufen. Die Eastern Falls und Rainbow Falls gibt es gar nicht mehr. Dann bade ich noch im Fluß oberhalb der Fälle. Das ist ein echt geiles Erlebnis.


Bilderübersicht: Victoriafälle

Mittwoch 23.Oktober 2002

Zurück nach Namibia. Ich fahre zu den Popafalls und bleibe diesmal im Resort. Abend will ich eigentlich in Ruhe den Sonnenuntergang fotografieren, es treiben sich aber zu viele bettelnde Kinder herum. Es gibt ein schönes nagelneues Restaurant.


Donnerstag 24.Oktober 2002

Heute ist ein reiner Fahrtag. Ziel ist das Waterberg Massiv. In Grootfontein werde ich mit 81 km/h statt der erlaubten 60 km/h geblitzt. Das kostet 150 AUD. Bei Ausländern ist es üblich, daß der Führerschein einbehalten wird, ich auf die Wache fahre, bezahle und mit der Quittung den Führerschein zurück bekomme. Also Fahrt zur Hauptwache, dort anstehen, einen Haufen bürokratischen Blödsinn über sich ergehen lassen und dann können die nicht wechseln. Ich fahre auf die Bank, hole Geld, bezahle auf der Wache und dann ist an der Tankstelle, wo ich geblitzt wurde niemand mehr da. Wieder auf der Hauptwache erfahre ich:
 1. daß das ganze Sache der Verkehrspolizei ist und die hat ihren Sitz im Industriegebiet
 2. außerdem ist jetzt Mittagspause
 3. und warum gebe ich meinen Führerschein überhaupt aus der Hand ?
Jetzt habe ich wahrscheinlich schon ein bißchen mehr als leicht angesäuert ausgesehen. Jedenfalls lies die Dame sich dazu herab, zu telefonieren und wenig später kam jemand und brachte mir meinen Führerschein. Am Waterberg wurde ich mit einem Regenschauer empfangen. Auf dem Campingplatz gibt es heimtückische Tiefsandstellen, aber ich habe ja einen 4x4.


Freitag 25.Oktober 2002

Durch den Regen vom Vortag gibt es im Wald viele Fliegen. Ich steige am Vormittag den Mountain View Walk auf das Massiv. Von oben hat man eine tolle Aussicht. Gegen Mittag fahre ich dann weiter nach Windhoek und zur Arnhem Cave. Das ist die größte Höhle Namibias. Hier treffe ich zwei Münchener wieder mit denen ich schon vor drei Wochen zusammen auf dem Campingplatz in Swakopmund war. Afrika ist ein Dorf, das wird sich später noch zeigen. Wir lassen uns von Herrn Bekker die Höhle zeigen. Es ist sehr heiß und staubig. Hier wurde früher tonnenweise Guano abgebaut. Man watet buchstäblich durch die Scheiße. Es wird ein ganz gemütlicher Abend, ein Berliner ist auch noch mit dabei.


Bilderübersicht: Waterberg

Samstag 26.oktober 2002

Große Verabschiedung von den anderen Reisenden. Ich habe gerade die Hälfte des Urlaubs hinter mir, die anderen müssen wieder heim nach Deutschland in die Kääälte. Mich zieht es weiter nach Süden. Die Fahrt nach Keetmanshoop ist sehr langweilig. Die Straße zieht sich endlos hin. In Keetmanshoop besuche ich Giant´s Playground und warte auf den grandiosen Sonnenuntergang. Zwischendurch werden die Geparden gefüttert, man kann sie sogar streicheln. Beim Abendessen lerne ich zwei Damen kennen, deren einer Mann in Keetmanshoop begraben liegt. Er ist vor zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall umgekommen. Es wird sehr interessant.


Bilderübersicht: Köcherbaumwald

Sonntag 27.Oktober 2002

Über Naute Damm, nicht viel zu sehen, zum Fish River Canyon. Dies ist der zweitgrößte Canyon nach dem Grand Canyon in Amerika. Leider darf man nicht hinuntersteigen. Es gibt aber eine Straße entlang des Canyons von der man immer wieder schöne Einblicke hat (nur 4x4). In Ai Ais ist das Thermalbad sehr heruntergekommen. Abends im Canõn Roadhouse treffe ich die beiden Damen vom Vortag wieder.


Bilderübersicht: Fishriver Canyon

Montag 28.Oktober 2002

Ich habe lange lange überlegt, ob ich nach Südafrika fahren soll. So manche Horrormeldung habe ich über die Sicherheitslage gehört. Aber warum soll ausgerechnet mir was passieren. Der Grenzübertritt geht wohltuend schnell. Normalerweise ist man daran gewöhnt, daß eine fette Schwarze dasitzt, der der Drehstuhl am Gesäß festgewachsen ist, die viel Zeit hat und nie lächelt. Aber hier ist alles anders. Ich werde sogar freundlich auf deutsch gefragt wie lange ich bleiben möchte. Auf Schleichwegen zu den Augrabies Falls. Im Tal des Oranje glaubt man sich in einer anderen Welt. Es sieht aus wie in Südfrankreich. Herrlich grüne Weinanbaugebiete. Tut richtig gut nach drei Wochen Wüste. Im Augrabies Falls Nationalpark mache ich noch den Dazzie Trail. Das ist eine sehr schöne fünf Kilometer lange Wanderung, für die man etwa drei Stunden braucht. Das Restaurant ist sehr gut und preiswert.


Bilderübersicht: Augrabies Falls

Dienstag 29.Oktober 2002

Vormittags besuche ich die Aussichtspunkte entlang der Schlucht. Es gibt sehr schöne Überblicke über die zerklüftete Landschaft. Dann fahre ich weiter nach Springbok. Das ist ein erstaunlich sauberes und ordentliches Städtchen. Auf dem Caravanpark gibt es sogar eine Laundry. Meine Campnachbarn sind zwei Schweizer, die auch schon in Khorixas neben mir standen. Soviel zum Thema: Die Welt ist ein Dorf.


Mittwoch 30.Oktober 2002

Im Iwanowski Reiseführer steht, man soll doch, damit die Fahrt nach Kapstadt nicht so langweilig wird einen Umweg über den Messelpadpass machen. Man hat zwar schöne Einblicke in die Flora des Namaqualandes jedoch ist die Piste in einem dermaßen schlechten Zustand, daß es unverantwortlich ist sowas Touristen die mit einem normalen PKW unterwegs sind zu empfehlen. Ich fahre einmal etwas zu weit links und habe prompt eine Reifenpanne. Ein LKW der mir während des Wechselns entgegenkommt muß solange warten. In Kapstadt suche ich ewig nach einem Campingplatz. Schließlich lande ich auf einem Caravanpark in Simonstown. Es ist saukalt, sehr windig, in der Dusche gibt´s nur kaltes Wasser und das Essen macht weder satt noch froh. Kurz das Negativhightlight dieses Urlaubs.


Bilderübersicht: Messelpadpass

Donnerstag 31.Oktober 2002

Das Kap der guten Hoffnung ruft. Im Nationalpark gibt es viele schöne Wanderwege. Man kann einen ganzen Urlaubstag alleine auf der Kaphalbinsel verbringen. Die Seilbahn auf den Cape Point ignoriere ich. Es ist schon erstaunlich wie wenige Schritte man nur laufen muß um aus dem Touristenrummel raus zu sein. Ich schaue nur mitleidig auf die Leute die mit dem Bus hingekarrt werden, schnell ein Foto machen und dann schnell wieder fort. Ich finde auch noch einen schönen Campingplatz in Kommetje.


Bilderübersicht: Kaphalbinsel

Freitag 1.November 2002

Eigentlich steht heute der Botanische Garten und die Stadt auf dem Programm. Der Morgen beginnt aber mit strahlendem Sonnenschein und auf dem Tafelberg ist kein Nebel. Also nichts wie hoch. Für den Aufstieg wähle ich den “India Venster” genannten Weg. Ein Schild weist darauf hin, daß der Weg gefährlich ist. Und er ist auch nicht ganz ohne. Leuten, die noch nie einen alpinen Klettersteig gemacht haben ist er nicht zu empfehlen. Oben wird man dann mit einer tollen Aussicht belohnt. Runter gehe ich den Weg durch die “Plattenklof Gorge”. Noch ein kurzer Besuch auf dem Signal Hill, dann ist der Tag schon wieder vorbei.


Bilderübersicht: Tafelberg

Samstag 2.November 2002

Da kommt also heute das Programm von gestern. Zuerst in den Kirstenbosch Botanischen Garten. Einer der schönsten Gärten der Welt. Der Tafelberg trägt schon wieder sein Tischtuch. Die Innenstadt ist nicht so sehr sehenswert, dafür darf ein Besuch der Alfred und Victoria Waterfont nicht fehlen. Zum Abschluß fahre ich noch mal nach Simonstown zu den Pinguinen.


Bilderübersicht: Kapstadt

Sonntag 3.November 2002

Die Gardenroute wird in Reiseführern immer als touristischer Höhepunkt angepriesen. Ich bin den ganzen Tag die N 2 entlanggefahren und muß sagen, es sieht aus wie im Alpenvorland. Blühende Getreidefelder und braune Kühe vor einer Bergkulisse. Abends komme ich im Tsitsikamma Nationalpark an.


Bilderübersicht: Gardenroute

Montag 4.November 2002

Die ganze Nacht hat es geregnet und der Tag sieht auch nicht gerade verheißungsvoll aus. In den kurzen Regenpausen wandere ich zu einigen Aussichtspunkten im Park. Die Bootsfahrten auf dem Storms River fallen auch wegen Schlechtwetter aus. Zum Trost gibt es abends wenigstens einen schönen Sonnenuntergang.


Bilderübersicht: Tsitsikamma Nationalpark

Dienstag 5.November 2002

Das Sauwetter hat sich die Nacht zu einem richtigen Sturm ausgewachsen. Ich packe mein klatschnasses Zelt zusammen und mache mich auf den Weg über die Berge im Norden. Dahinter soll Wüste sein und ich hoffe, daß es da nicht regnet. Unterwegs noch kurz zu den Cango Caves. Sehr sehenswert. Auf dem Swartbergpass liegt doch tatsächlich etwas Schnee. Auf dem Campingplatz der großen Karoo kann ich dann mein Zeug trocknen.


Bilderübersicht: Swartbergpass

Mittwoch 6.November 2002

Ich beginne mit einer 4x4 Rundfahrt. Macht schon Spaß mit dem Geländewagen durch die Wildnis zu fahren. Dann folgt eine endlose und langweilige Tour nach Upington. Dort gibt es einen riesengroßen Campingplatz mit vielen Mücken. Ich habe sehr nette Nachbarn. Zwei Werbefotografen , die mehrere Monate unterwegs sind.


Bilderübersicht: Große Karoo

Donnerstag 7.November 2002

Die letzten Kilometer zum Kalahari-Gemsbok-Park sind eine üble Wellblechpiste. Vom Park selber habe ich mir eigentlich mehr versprochen. Die meisten Wege sind gesperrt. Beim Personal hat man den Eindruck, daß Besucher nicht so gern gesehen werden. Ich fahre durch´s Nossob Rivier entlang der Grenze zu Botswana zum Nossob Camp. Allzu viele Tiere bekomme ich leider nicht zu Gesicht. Das Camp hat wenigstens schattige Stellplätze und einen gut sortierten Laden.


Freitag 8.November 2002

Heute fahre ich durch´s Auob Rivier nach Twee Rivieren zurück. Unterwegs treffe ich wieder die beiden Fotografen. Kaum bin ich aus dem Auto gestiegen um ein paar Worte mit ihnen zu quatschen kommt ausgerechnet ein Ranger vorbei. Der Anschiß lauert überall. Tiere bekomme ich wieder nicht viele zu sehen. Die anderen haben da mehr Glück. Ich habe mal einen Link zu ihrer Homepage eingebaut.


Bilderübersicht: Kalahari-Gemsbok-Park

Samstag 9.November 2002

Der Urlaub geht langsam dem Ende zu. Also zurück nach Namibia. Am Grenzübergang Rietfontein kommen am Tag höchstens mal zehn Autos vorbei. Also haben die Beamten viel Zeit sich jedes Auto ganz genau anzusehen. Warum aber ausgerechnet mein Feuerholz eingezogen wird werde ich wohl nie erfahren. Im großen und ganzen wird der heutige Tag ein reiner Fahrtag. Vorbei an Keetmannshoop und Seeheim versuche ich die “Singenden Klippen” südlich von Goageb zu finden. Ich finde sie nicht und beschließe meinen Iwanowski feierlich zu verbrennen. Scheiße, mein Feuerholz wurde mir ja an der Grenze abgenommen. Für Sonntag will ich einen Wandertag in den Tirasbergen einlegen. Auf der Tirasfarm werde ich von Herrn Koch sehr freundlich empfangen. Abendbrot gibt es heute keines, aber er kommt dann noch mal bei mir auf dem Campingplatz vorbei. Der liegt auf einem kleinen Hügel. Das ist zwar recht originell aber auch sehr windig. Mir ist ein ganzer Karton Rotwein ausgelaufen *schnief*. Herrn Koch bekomme ich nicht mehr zu Gesicht. Bin wohl doch nicht so willkommen.


Bilderübersicht: Tirasberge

Sonntag 10.November 2002

Da von Herrn Koch nicht zu erfahren war, wo man hier wandern kann, suche ich mir einen Berg aus auf den ich hochkrabbeln will. Das ganze entwickelt sich zu einer recht gefährlichen Klettertour, da die Berge ein einziger Bruchhaufen aus losen Steinen sind. Die touristische Erschließung der Tirasberge läßt wohl noch auf sich warten, und mir ist heute nicht danach Pionierarbeit zu leisten. Ich fahre heute schon nach Lüderitz. Die Stadt ist zwar nur halb so groß aber doppelt so tot wie der Zentralfriedhof von New York. Der Campingplatz auf Shark Island ist großartig gelegen aber auch sehr windig. Auch macht er einen etwas verwahrlosten Eindruck und das Personal ist extrem unfreundlich. Da er zudem auch noch im oberen Preissegment liegt wäre ich besser im Hotel abgestiegen.


Bilderübersicht: Fahrt nach Lüderitz

Montag 11.November 2002

Früh hole ich mir ein Permit für die Geisterstadt Kolmanskuppe. Da sie im Diamantensperrgebiet liegt kann man sie nur im Rahmen einer Führung besuchen. Es ist sehr interessant. Punkt 11.11 Uhr genehmige ich mir ein Bier im ehemaligen Casino. Dann geht es auf Namibias Traumstraße D707 nach Duwisib. Auf dem Campingplatz treffe ich zwei Leipziger wieder, die ich fünf Wochen vorher an meinem ersten Tag im Van Diljoen Park getroffen habe.


Bilderübersicht: Kolmanskuppe und D707

Dienstag 12.November 2002

Am Morgen besichtige ich das Schloß. Es ist nicht groß und so ist man schnell fertig. Ich will heute noch nach Sosussvlei. In Maltahöhe gibt es zwar eine Bank, welche mittags natürlich zu ist, aber keinen Automaten. Da ich aber dringend Geld brauche fahre ich noch mal kurz nach Mariental. Die letzten fünf Kilometer ins Sossuvlei kann man nur mit einem Allradfahrzeug befahren. Ich nehme noch zwei Regensburger mit und kann dafür kostenlos mit auf ihrem Stellplatz campen. Die Dünen sind etwa 300 m hoch. Ich habe beim Aufstieg nur Sandalen an und verbrenne mir mörderisch die Flossen. Dafür gibt es eine tolle Aussicht.


Bilderübersicht: Schloß Duwisib und Sossusvlei

Mittwoch 15. November 2002

Den Trubel zum Sonnenaufgang spare ich mir. Ich besuche lieber später den Sesriem Canyon. Die meisten Touristen finden ihn nicht. Die Zufahrt ist links von der Tankstelle. Danach fahre ivh in die Naukluftberge. Dieser kleine aber feine Nationalpark wird meistens links liegengelassen. Der Olive Trail ist ein sehr schöner Wanderweg. Nach einem anstrengenden Aufsieg auf ein Plateau geht es durch eine mit Köcherbäumen und Kakteen bewachsene Schlucht wieder hinunter. Der Campingplatz ist sehr gepflegt und schön schattig.


Bilderübersicht: Sesriem Canyon und Naukluft Mountains

Donnerstag 16.November 2002

Da passt man mal ein paar Minuten nicht auf. Ein Pavian hat mein Brot geklaut. Im Farmladen von Solitaire gibt es frisches leckeres Selbstgebackenes. Ich fahre über zwei Pässe an die Küste. Den Spreetshoogte Pass hinauf und den Gamsbergpass wieder hinunter. Am Gamsbergpass helfe ich zwei jungen Frauen beim Reifenwechsel. Sie haben sich von dem eigentlich namhaften Vermieter Avon ein Auto mit total abgefahrenen Reifen andrehen lassen. In Long Beach miete ich mir einen Bungalow.


Bilderübersicht: Über zwei Pässe

Freitag 17.November 2002

Es war richtig einen Bungalow zu mieten. Heute ist es kalt und windig. Ich besuche Swakopmund und will dann durch die Dünen nach Walvis Bay fahren. Da ich vorher die Luft nicht abgelassen habe grabe ich mich prompt ein. Für acht Meter brauche ich fast zwei Stunden. In Walvis Bay habe ich keine Flamingos gefunden.


Bilderübersicht: Dünen bei Swakopmund

Samstag 16.November 2002

Heute nochmal in den Namib Naukluft Park. Ich besuche den Kuisib Canyon. Hier haben im ersten Weltkrieg zwei Deutsche zweieinhalb Jahre gelebt, die der Internierung entkommen wollten. Darüber gibt es ein lesenswertes Buch: “Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste” von Henno Martin. Ich denke, zum Abschied gönne ich mir mal etwas Gutes und miete mich im Rostock Ritz ein. Es ist sehr teuer und seinen Preis nicht wert. Die Zimmer haben nicht einmal eine Klimaanlage und so ist es nachts sehr warm.


Bilderübersicht: Kuisib Canyon

Sonntag 17.November 2002

Der Kreis schließt sich. Zum Schluß fahre ich wieder in den Van Diljoen Park. Diesmal ist es nicht so beschaulich. Drei Overlander sind da.


Montag 18.November 2002

Nach sechs Wochen besichtige ich heute endlich Windhoek. Viel gibt es nicht zu sehen. Das übliche Programm mit Independence Avenue, Alte Feste und Christuskirche. Nach Abgabe des Mietwagens werde ich in einer Pension im Stadtteil Eros untergebracht.


Bilderübersicht: Windhoek

Dienstag 19.November 2002

Der Fahrer der mich abholt bringt meinen Reisepass mit. den habe ich im Auto liegengelassen. Heute gehen vom Flughafen sieben Flüge und selbst die paar gehen nicht pünktlich. Wir fliegen mit einer norwegischen Maschine, da das Flugzeug von Namibia Air kaputt ist. Nach zehn Stunden bin ich wieder im verregneten Deutschland.